«Der Nationale Zukunftstag ist ein äusserst
sinnvolles Projekt»

Seit mehr als 10 Jahren organisiert Primarlehrerin Ruth Brandenburger den Zukunftstag für die 5. und 6. Klasse im Schulhaus Hofachern in Spiez. Jedes Jahr nehmen rund 50 Kinder teil. Im Interview äussert sie sich zu ihrem Vorgehen und ihren Erfahrungen.

Wie organisieren Sie den Zukunftstag an Ihrer Schule?

Im einen Jahr besuchen die Mädchen die Spezialprojekte, im nächsten kommen die Buben zum Zug. Am letzten Zukunftstag organisierte ich die Spezialprojekte für die Jungs. Ich gab der Geschäftsstelle des Zukunftstags an, für welche Programme sich die Jungs interessieren und sie vermittelten mir die Plätze. Da die Projekte in Bern stattfanden, begleitete ich die Buben zusammen mit anderen Lehrpersonen. Die Mädchen suchten selber eine Begleitperson. Dieses Jahr (2015) begleite und unterstütze ich wieder die Mädchen.

Vor dem Zukunftstag führe ich einen Elternabend durch. Ich erkläre den Eltern, wie sie den Seitenwechsel umsetzen und ihre Kinder bei der Suche nach geeigneten Begleitpersonen unterstützen können. Die Eltern sind am Anfang meist skeptisch. Nach dem Zukunftstag sind sie begeistert.

Wie bereiten Sie Ihre Schülerinnen und Schüler auf den Zukunftstag vor?

Ich stelle den Kindern verschiedene Berufe vor. Die Schülerinnen und Schüler machen sich Gedanken zu ihrem Wunschberuf und machen Recherchen im Internet. Ebenfalls thematisieren wir, was typische Frauen- und Männerberufe sind und warum es diese gibt. Die stereotype Berufswahl wird hinterfragt.

Ich fordere die Kinder auf, die Rollenteilung bei ihnen Zuhause zu analysieren. Wer macht was? Warum? Warum hilfst du? Warum hilfst du nicht? Für diese Übungen nehme ich die Unterlagen des Zukunftstags zu Hilfe.

Zudem erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Fragebogen und Interviewvorlagen, die sie am Zukunftstag mitnehmen und beantworten lassen. Diese dienen als Diskussionsgrundlage für die Nachbereitung in der Schule.

Wie beurteilen Sie den Zukunftstag insgesamt?

Nach der Teilnahme am Pflegeprojekt gibt es nun konkret zwei Jungs, die den Pflegeberuf lernen.

Der Zukunftstag ist inzwischen an unserer Schule institutionalisiert und gehört fest in die Jahresplanung. Die Organisation bedeutet viel Arbeit, aber es lohnt sich. Ich stehe voll hinter dem Projekt und finde es äusserst sinnvoll. Die Geschäftsstelle des Zukunftstags unterstützt mich jeweils bei der Suche nach Projektplätzen.

Für uns ist es einfacher ein Jahr für die Jungs Projekte zu organisieren und im nächsten Jahr für die Mädchen. Ansonsten wäre der Aufwand zu gross. Es klappt auch gut, wenn die Mädchen oder Jungs selber eine geeignete Person für einen Seitenwechsel suchen müssen. Und sie können auch an einem Spezialprojekt des Zukunftstags teilnehmen. Sie müssen sich halt selber anmelden.

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