Eigene Projekte zum Thema Seitenwechsel

In den letzten Jahren haben Lehrerinnen und Lehrer viele spannende Projekte innerhalb der Schule gestaltet und durchgeführt. Eine Auswahl dieser finden Sie in der Broschüre "Lebensentwürfe - Ein Projekttag mit Knaben". Viele dieser Projekte eignen sich auch für geschlechtergemischte Gruppen.

Auch das neue und innovative Lehrmittel CHANCE bietet Lehrpersonen eine Sammlung erprobter Unterrichtsmodule (Ringbuch) und Unterrichtsmaterialien (CD) zur offenen Berufswahl und Lebensplanung von Mädchen und Knaben. Dieses Lehrmittel kann bei der Stabsstelle für Chancengleichheit für Frau und Mann des Kantons Graubünden bestellt werden.


Die Vorschläge aus der Broschüre Lebensentwürfe sowie aus dem Lehrmittel CHANCE sind im Folgenden kurz zusammengefasst:

Vorschläge aus «Lebensentwürfe»

Arbeit – was ist das alles?
Über eine Pantomime zum Beruferaten erfolgt der Einstieg ins Thema geschlechts(un)typische Berufe. Anschliessend setzen sich die Kinder mit Arten bezahlter und unbezahlter Arbeit und mit Geschlechterrollen auseinander. Am Nachmittag werden Dankesbriefe an Personen, die Freiwilligenarbeit verrichten, verfasst.
> Geeignet für geschlechtergemischte oder –getrennte Gruppen.

Beruf, Familie – und jetzt?
Die Kinder versetzen sich in ihre Zukunft und denken über die Verbindung von Familien- und Berufsarbeit nach. Sie gestalten ein Plakat und überlegen sich, wie sie mit Erwartungen seitens ihres Partners/ihrer Partnerin und eigenen Bedürfnissen umgehen. Am Nachmittag interviewen sie zum selben Thema Frauen und Männer auf der Strasse.
> Geeignet für geschlechtergemischte oder –getrennte Gruppen.

Mein Traumlebensentwurf
Die Kinder setzen sich mit Vorbildern auseinander. Am Nachmittag wird eine Person mit einem geschlechtsuntypischen Beruf eingeladen. Die Kinder erarbeiten einen eigenen Traumlebensentwurf und fertigen eine Collage an. Zum Abschluss wird darüber diskutiert.
> Geeignet für geschlechtergetrennte Gruppen.

Begegnung mit …
Die Jungen setzen sich mit der Arbeitsteilung in Familien auseinander. Sie kochen für ihre Mütter/Eltern ein Mittagessen. Anschliessend beantworten die Mütter/Eltern Fragen zu ihrer Berufswahl und zur Erwerbs- und Hausarbeit. Zum Abschluss setzen sich die Jungen mit ihren eigenen Zukunftswünschen betreffend Arbeitsteilung in der Familie auseinander.
> Geeignet für Jungengruppen.

Gesucht: Hausmänner
Ein Hausmann, der Teilzeit oder Vollzeit Familien- und Hausarbeit ausübt, besucht vormittags die Klasse. Die Kinder stellen ihm Fragen und diskutieren mit ihm über Familienmodelle. Am Nachmittag besuchen die Kinder eine Familie mit Kindern, helfen bei der Hausarbeit oder Familienarbeit mit und sprechen mit der Hausfrau oder dem Hausmann über Berufslaufbahn, Arbeitsteilung, Familie und Beruf.
> Geeignet für geschlechtergemischte oder –getrennte Gruppen.

Himmel und Erde
Die Kinder besuchen zwei unterschiedliche, unkonventionelle Lebensgemeinschaften: z.B. am Vormittag eine Bauernfamilie, am Nachmittag eine Wohngemeinschaft mit Mönchen oder Nonnen. Sie helfen bei der Arbeit auf dem Bauernhof mit und setzen sich mit Lebensentwürfen und Arbeitsteilung in einer Lebensgemeinschaft auseinander.
> Geeignet für geschlechtergemischte oder –getrennte Gruppen.

Unternehmen «Kinderkrippe»
Die Jungen betreiben am Vormittag einen Kinderhütedienst oder arbeiten in einer Kinderkrippe mit. Das Thema geschlechtsuntypische Berufswahl vertiefen sie am Nachmittag mit einem Film und kochen zum Abschluss gemeinsam ein Abendessen.
> Geeignet für Jungengruppen, Variante möglich für geschlechtergetrennte Gruppen von Mädchen und Jungen.

Ein Nachmittag als Kindergärtner
Am Vormittag diskutieren die Kinder verschiedene Familiensituationen und Berufshintergründe und reflektieren ihre eigenen Stärken. Sie setzen sich mit der Berufswahl in der heutigen Zeit und mit geschlechtsuntypischen Berufen auseinander. Am Nachmittag besuchen sie eine Person ihres Geschlechts in einem geschlechtsuntypischen Beruf, helfen bei anfallenden Arbeiten mit und führen ein Interview durch.
> Geeignet für geschlechtergemischte oder –getrennte Gruppen.

Vorschläge aus «CHANCE»

Buben kämpfen und Mädchen weinen (Kapitel 1.1)
Die Kinder setzen sich mit ihren eigenen Geschlechterrollenbildern auseinander und diskutieren über Erlebnisse mit geschlechterstereotypen Erwartungen. Sie interviewen Bezugspersonen oder Bewohner/Bewohnerinnen eines Altersheims zu den Auswirkungen, welche das Geschlecht auf deren Leben hatte. Erlebnisse aus den Interviewantworten werden als Theatersequenz einstudiert.

Typisch Frau! Typisch Mann! (Kapitel 1.2)
Mittels Fotos reflektieren die Kinder, anhand welcher Merkmale die Geschlechterzuordnung erfolgt und setzen sich mit Eigenschaften auseinander, die Frauen und Männern zugeschrieben werden. Sie diskutieren über Geschlechterstereotypen und deren Wirkung im Alltag. Anhand eines Films diskutiert die Klasse zum Abschluss über den Umgang mit unbewusst geschlechtstypischen Bildern, die wir in uns tragen.

Arbeit kann vieles sein (Kapitel 2.1)
Die Kinder erarbeiten im Plenum Gründe, warum Menschen arbeiten. Sie versuchen, Entscheidungskriterien für die Unterscheidung von Arbeit und Freizeitaktivität zu finden, und setzen sich mit verschiedenen Arten von Arbeit auseinander. In geschlechtergetrennten Gruppen erarbeiten sie eine Collage über Eigenschaften von Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit und diskutieren ihre Ergebnisse im Plenum.

Putzeimer und Chefsessel (Kapitel 2.2)
Die Kinder setzen sich mit Hausarbeit und der geschlechtsspezifischen Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit auseinander. Sie erarbeiten eine Liste, welche Tätigkeiten von Haus- und Familienarbeit von welchen Familienmitgliedern erledigt werden, und vergleichen die Ergebnisse (anonymisiert) in der Klasse. In geschlechtergetrennten Gruppen setzen sich die Kinder mit Wunschmodellen der Arbeitsaufteilung auseinander.

Wie die Familie Berufswünsche beeinflusst (Kapitel 3.1)
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihren Vorstellungen und Bedürfnissen bezüglich ihres zukünftigen Berufes auseinander. Im Internet recherchieren sie Berufsbilder ihres ersten und heutigen Wunschberufes und vergleichen die beiden. Sie setzen sich mit Familientraditionen und deren Einflüssen auf ihre Berufswahl auseinander.

Wie Interessen und Fähigkeiten in Erscheinung treten (Kapitel 3.2)
Die Schülerinnen und Schüler versuchen sich gegenseitig zu beschreiben und reflektieren Differenzen von
Selbst- und Fremdbild. Sie setzen sich mit ihren eigenen Fähigkeiten auseinander, präsentieren diese Beschreibung ihren Kolleginnen oder Kollegen und erfahren, welche Fähigkeiten sie in deren Augen besitzen.

Wie das Geschlecht die Berufswahl bestimmt (Kapitel 3.3)
Die Schülerinnen und Schüler lernen die Berufswelt in der Schweiz kennen (Berufsfelder nach Zihlmann) und versuchen die Berufe ihrer Eltern einzuordnen. In Gruppen wird die Geschlechterzusammensetzung in verschiedenen Berufsgruppen reflektiert und nach Gründen dafür gesucht. Die auf einem Plakat dargestellten Ergebnisse werden im Plenum diskutiert. Die Lehrperson stellt einen Bezug zur heutigen Berufsrealität in der Schweiz her und thematisiert die Auswirkungen auf Lohnniveau, Arbeitszeiten und Aufstiegsmöglichkeiten.

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