Medienmitteilung, 4. November 2021

Die Berufswelt entdecken

Seit 21 Jahren engagiert sich der Nationale Zukunftstag für eine Berufswahl ohne Rollen- und Prestigedruck. Nach der Corona-bedingten Pause findet der diesjährige Zukunftstag am 11. November statt.

«Vor einigen Jahren durfte ich am Zukunftstag meiner Mutter in der Pflege über die Schultern schauen. Dieser praktische Einblick in den Pflegeberuf hat mich beeindruckt.» Amal Mathew (19 Jahre) absolvierte danach die Ausbildung zum Assistenten Gesundheit und Soziales (AGS) und bildet sich heute zum Fachmann Gesundheit EFZ weiter. Dem jungen Mann gefällt besonders, «dass ich den Menschen durch meine pflegerische Tätigkeit zu mehr Selbstständigkeit im Alltag verhelfen kann.» Als Mann in einer Frauendomäne ist Amal mit seiner Berufswahl eine Ausnahme. Zugleich ist er aber ein Vorbild für andere Jungen und engagiert sich aktiv dafür, dass mehr Männer in den Pflegeberuf einsteigen.

Seit 21 Jahren setzt sich der Nationale Zukunftstag dafür ein, stereotype Rollenvorstellungen abzubauen und damit Mädchen und Buben neue Perspektiven zu eröffnen. Unter dem Motto «Seitenwechsel» sensibilisiert der Zukunftstag junge Menschen für eine geschlechterunabhängige, offene Berufswahl und ermöglicht ihnen praktische Einblicke in das breite Spektrum beruflicher Ausbildungen.

Gefragte Fachkräfte

Seit einiger Zeit zeichnet sich beim Pflegefachpersonal ein Engpass ab, der stetig zunimmt. Viele Spitäler und Heime engagieren sich deshalb speziell, um mehr Männer für den Pflegeberuf zu gewinnen. Entsprechend beteiligen sich immer mehr Gesundheitseinrichtungen am Nationalen Zukunftstag. Gerade die Pandemie hat gezeigt, wie systemrelevant die Gesundheitsberufe sind und wie wichtig ein gut ausgebautes Gesundheitswesen für die Gesellschaft ist.


Im Spezialprojekt «Jungs entdecken Gesundheitsberufe» lernen Buben, wie man Blut entnimmt.

Bewährter Tag für berufliche Perspektiven

In den 21 Jahren seines Bestehens hat der Nationale Zukunftstag schweizweit laufend an Beliebtheit dazugewonnen. Unermüdlich leistet die Förderinitiative bildungspolitische Überzeugungsarbeit und motiviert Betriebe, Organisationen und Bildungsinstitutionen, in eine geschlechterunabhängige Nachwuchsförderung zu investieren. Mittlerweile ist der Zukunftstag ein festes Datum in der Jahresagenda: Tausende von Jugendlichen begleiten jeweils im November eine Bezugsperson zur Arbeit oder nehmen an einem Spezialprojekt teil.

In den Spezialprojekten verbringen Schülerinnen und Schüler gruppenweise den Tag mit Fachpersonen, die sie an die jeweiligen Berufe heranführen und ihre Fragen beantworten. Der Fokus wird dabei bewusst auf geschlechterspezifisch geprägte Berufe gelegt, in denen sich ein Fachkräftemangel abzeichnet.

Eines dieser Spezialprojekte ist das Angebot «Mädchen-Technik-los!», an dem die heute 18-jährige Julia Goudsmit 2015, 2016 und 2017 teilnahm. «Am Zukunftstag habe ich früh einen Einblick in technische Berufe bekommen. Dies hat meine Berufswahl positiv beeinflusst.» Heute macht Julia eine Lehre als Informatikerin mit Fachrichtung Applikationsentwicklung bei der Siemens Mobility GmbH. «Die Ausbildung ist sehr spannend und fordert mich. Ich habe viel gelernt, bin selbstständiger und selbstsicherer geworden», freut sich die junge Frau.

Die Spezialprojekte im Überblick

Spezialprojekte für MädchenSpezialprojekte für Buben

Mädchen-Technik-los!

Mädchen-Informatik-los!

Mädchen-bauen-los!

Mädchen-planen-los!

Ein Tag als Schreinerin

Ein Tag als Zimmerin

Ein Tag als Landwirtin

Mädchen entdecken Waldberufe

Ein Tag als Gemüsegärtnerin

Ein Tag als Chefin

Ein Tag als Fachmann Betreuung

Abenteuer Schule geben

Jungs entdecken Gesundheitsberufe

Ein Tag in der Sozialen Arbeit

Ein Tag als Tierarzt

Ein Tag als Coiffeur

Ein Tag als Ergotherapeut

Ein Tag als Podologe

Ein Tag als Florist

Ein Tag als Drogist

Ein Tag als Logopäde


Die Spezialprojekte für Mädchen und Buben sind Jahr für Jahr ausgebucht, das Interesse der Jugendlichen ist gross.

Der Zukunftstag richtete sich an junge Menschen, denen die Berufswahl noch bevorsteht. In diesem Alter sind sie offen und neugierig, ihre Begabungen und dazu passende Berufe zu entdecken. Hier setzt der Nationale Zukunftstag an: Er ermutigt die Jugendlichen, für ihre Interessen und Talente einzustehen. Dies ist auch ein Gewinn für Betriebe und Institutionen, die die jungen Leute später einstellen. Denn fortschrittliche Unternehmen erkennen zu Recht, dass gemischte Teams erfolgreicher arbeiten. Deshalb setzen sie sich dafür ein, die talentiertesten Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen – unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Herkunft.

Coronaschutz im Betrieb

Die Ansteckungsgefahr ist nicht gebannt. Die Schutzmassnahmen bleiben deshalb unverzichtbar. Die Betriebe und Organisationen sind aufgefordert ihre Schutzkonzepte bei der Durchführung des Zukunftstags umzusetzen. Die Geschäftsstelle des Nationalen Zukunftstags verweist auf die Vorgaben des Bundesrates sowie der kantonalen Behörden.

Weitere Informationen und Kontaktangaben in den Kantonen: www.ch.ch/de/coronavirus


Die Spezialprojekte werden unterstützt von: AM Suisse, Baukader Schweiz, Codoc, coiffureSUISSE, CURAVIVA Verband Heime und Institutionen Schweiz, Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV), EVS/ASE ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz, florist.ch, Holzbau Schweiz, ICT-Berufsbildung Schweiz, Netzwerk frau und sia, OdA AgriAliForm, OdA Gesundheit Zürich, OdA Soziales Zürich, Schweizer Gewerbeverband sgv, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse, Schweizerischer Baumeisterverband SBV, Schweizerischer Drogistenverband, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, Schweizerischer Podologen-Verband SPV, scienceindustries, Swico, Swiss Engineering STV, Swissmem, swissuniversities, Verband Kinderbetreuung Schweiz kibesuisse.

Der Zukunftstag ist ein Projekt der Gleichstellungsfachstellen und -kommissionen der Kantone AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GL, GR, LU, NE, SG, SZ, TI, UR, VD, VS, ZG und ZH sowie der Stadt Bern, der Stadt Zürich und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziell unterstützt.